“Frauen, wehrt euch! “

815f64200454f991289049a39a0affe0Ein wirklich lesenswerter Artikel ist letzte Woche in der deutschen Zeitung “Die Zeit” erschienen, online kann der Artikel HIER gelesen werden.

Ein Gespräch mit Remo Largo, Kinderarzt und Monika Bütler, Professorin der Ökonomie, über die herausfordernde Situation, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen.

Ich stimme Remo Largo und Monika Bütler zu, vor allem bei folgenden Punkten:

- Die Familieninitiative, über die wir am 8. März abstimmen, hilft den Familien nicht wirklich.

- Den Eltern würde Elternzeit, kostengünstige, qualitativ gute Krippen und Ganztagesschulen – sowie eine Wirtschaft, die Verständnis für Familie zeigt, deutlich mehr helfen.

- Die Krippen sollten vom Staat bezahlt werden und sollten, wie die Schulen, zum Bildungswesen gehören.

– Geschätzte 55.000 Akademikerinnen sind nicht berufstätig. Dieser Umstand ist ein enormer Verlust an Wissen und Kapital für unsere Wirtschaft.

Zwei Punkte stören mich jedoch etwas:

Weshalb müssen nur wir Frauen uns wehren?

Der Wunsch eine Familie zu gründen und zu leben war und ist bei meinem Mann mindestens so gross, wie bei mir.

Der Wunsch, dass ich meine berufliche Laufbahn auch mit Familie weiterverfolge, war und ist bei meinem Mann mindestens so gross, wie bei mir.

Ich sehe deshalb die Forderung nach einem Schulsystem mit Tagesstruktur nicht als reine Frauenaufgabe, sondern als Hauptthema unserer Familienpolitik.

Meiner Meinung nach, und da bin ich beim zweiten Punkt, geht auch nicht der Lohn der Frau für die Kosten der Kinderkrippe drauf. Die psychologische Denkweise hinter dieser Kalkulation finde ich veraltet und diskriminierend.

Die Kosten der Kinderkrippe sind wie die Miete, die Steuern und die Nahrungsmittel FAMILIENkosten, die beide Einkommen gemeinsam tragen.

Wir sind der Staat, das stimmt und wir Familien müssen uns wehren. Völlig korrekt!

In Meilen, wo wir wohnen, haben sich schon vor Jahrzehnten Eltern gewehrt. Seitdem ist in der Gemeinde das Angebot der ergänzenden Familienbetreuung stetig gewachsen und ist heute vorbildlich organisiert. Aktuell betreut der “Verein Fee*” in der Gemeinde über 700 Kinder, sei es durch Krippe, Tagesfamilien oder durch den Schülerclub.

Auch in der Familienpolitik ist die Schweiz föderalistisch organisiert. Vielleicht mag das hier sogar ein Segen sein.

So können die dynamischen, städtischen Regionen das Betreuungsangebot flexibel weiterentwickeln und ziehen dementsprechend Familien mit berufstätigen Elternteilen an, während in ländlichen Regionen unterschiedliche Bedürfnisse und andere Sozialstrukturen herrschen und oft ein Betreuungsmodell innerhalb der Familie das Erfolgsrezept ist. 

mamambini . eure rahel

* Der Verein Fee (Verein Familienergänzende Einrichtungen) unterstützt Familien mit Kindern und ermöglicht mit seinem vielfältigen familien- und schulergänzenden Betreuungsangebot die Verwirklichung verschiedener Familienmodelle.